Stuttgarter Nachrichten, 10/2008
“Zwei Tage im Mai” live im Theaterhaus

Als Justice, der drollige Tenor bei den einheimischen A-cappella-Komikern Die Füenf, ist er Stammgast im Theaterhaus. Doch Christian Langer, Songschreiber und Pianist, kann auch anders: ernst, emotional, intensiv. Ansatzweise bei seiner Jazzpop-Band Supper“s Ready, in Vollendung auf “Zwei Tage im Mai”, seiner zweiten Solo-CD, die er heute im Theaterhaus vorstellt.

Das Multi-Talent spielt hier Klavier, sehr reduziert, fast minimalistisch, meist melancholisch. Dazu singt er mit viel Drama und Tremolo und immer offenbar um Wahrhaftigkeit bestrebt. “Mach die Augen zu” erinnert mehr an den “Leiermann” von Franz Schubert als an Pop und lässt einen frösteln. “Schlaf” könnte als Wiegenlied für Liebende Furore machen. “Das bist nicht du” behandelt eines von Langers Lieblingsthemen: Rollenspiele, falsche Identitäten.

Alles starker thematischer Tobak, Tiefsinn pur – das an zwei Tagen im Mai entstandene Album ist ernst, melancholisch. Doch es gibt auch leichte Momente, die Langers Begleitmusikern geschuldet sind. Frank Dapper (Drums) und Philipp Winzer (Bass) mildern die Grübelei des Sängers mit einer Menge Groove, so dass Stücke wie “Bin so leicht” oder “Du bist nicht allein” doch noch ein bisschen nach Pop klingen. ried